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Kultur

Kultursplitter

> Arbeit
> Adorno
> Harun ar-Raschid

Kultursplitter   sind Hinweise auf kulturelle Themen, Fragestellungen und Ereignisse aus allen Bereichen des kulturellen Lebens.

 

 
 

Thema  

Autor / Quelle Frage /  Kommentar Nr. / Verlag / Ort / Jahr

 

         

 

         

Ostern

Osterspaziergang

Faust und Wagner.

FAUST. Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick; / Im Tale grünet Hoffnungsglück;/Der alte Winter, in seiner Schwäche, / Zog sich in rauhe Berge zurück./Von dorther sendet er, fliehend, nur/   Ohnmächtige Schauer körnigen Eises / In Streifen über die grünende Flur; / Aber die Sonne duldet kein Weißes: / Überall regt sich Bildung und Streben,/  Alles will sie mit Farben beleben; / Doch an Blumen fehlt's im Revier,/ Sie nimmt geputzte Menschen dafür.  
Kehre dich um, von diesen Höhen 
/ Nach der Stadt zurück zusehen./ Aus dem hohlen finstern Tor / Dringt ein buntes Gewimmel hervor. / Jeder sonnt sich heute so gern./ Sie feiern die Auferstehung des Herrn,      Denn sie sind selber  auferstanden, / Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, /  Aus Handwerks- und Gewerbesbanden, / Aus dem Druck von Giebeln und Dächern, / Aus der Straßen quetschender Enge, /   Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht  / Sind sie alle ans Licht gebracht. / Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge / Durch die Gärten und Felder zerschlägt,/ Wie der Fluß, in Breit' und Länge, / So manchen lustigen Nachen bewegt, / Und bis zum Sinken überladen /     Entfernt sich dieser letzte Kahn.  / Selbst von des Berges fernen Pfaden / Blinken uns farbige Kleider an. / Ich höre schon des Dorfs Getümmel, / Hier ist des Volkes wahrer Himmel, / Zufrieden jauchzet groß und klein; / Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein. 

[Goethe: Faust. Eine Tragödie, S. 42. Digitale Bibliothek Band 1: Deutsche Literatur, S. 49894 (vgl. Goethe-HA Bd. 3, S. 35)]

Seit Johann Wolfgang von Goethe ist der Osterspaziergang ein fester Begriff aus der klassi- schen deutschen Literatur (»Faust«, 1. Teil, Szene »Vor dem Tor«). in Österreich heißt dieser Spaziergang ins Grüne  auch »Emmausgehen« (Gang der Jünger Jesu nach Emmaus) (Lukasevangelium 24, 13ý35).vgl. 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

 goethe2day.de

2005:  Stichwort   >Humankapital < :

> Humankapital (Arbeitsvermögen), Das "Humankapital" ist in der Volkswirtschaftslehre der Begriff für die Gesamtheit der  wirtschaftlich verwertbaren Kenntnisse, Fähigkeiten und Verhaltensweisen von Personen oder Personengruppen (Erwerbspersonen). Dem  entspricht in der Betriebswirtschaftslehre das Humanvermögen.  Dies ist die Gesamtheit der wirtschaftlich nutzbaren Leistungspotenziale, die die Arbeitnehmer einem Unternehmen zur Verfügung stellen ( Arbeitszeit, Leistungsfähigkeit, Motivation ).Vgl. 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

> Humankapital : Unwort des Jahres 2005 
(an 2. und 3.  Stelle: Begrüßungszentrum, Luftverschmutzungsrechte)

 

 

 

 

 

 

2004:  Stichwort   >Arbeit < :
Vor dem Hintergrund abnehmender Arbeitszeiten und zunehmender Arbeits- losigkeit  stellt sich die Frage, ob sich unsere Gesellschaft von einer Arbeits- in eine Freizeitgesellschaft gewandelt hat. Aber: Macht Freizeit glücklich, wenn Arbeit entfällt?
sfu2004
Arbeit - was ist, was bedeutet sie...?
Arbeit ist ....  1. eine zweckgerichtete Tätigkeit, durch die der Mensch sein Leben erhält und gestaltet., 2. das Ergebnis oder Produkt dieser Arbeit, 3. die Aufgabe oder der Zweck, dem die Tätigkeit dient (die Arbeit, die getan werden soll). 
Der Begriff Arbeit bezeichnet eine spezifisch menschliche Tätigkeit (im Unterschied zur rein mechanischen bzw. instinktmäßigen Tätigkeit). Eng verwandt ist der Begriff der Arbeit mit dem der Handlung. Der antike griechische Philosoph Aristoteles unterscheidet zwei Formen von Handlung. Praxis ist eine Tätigkeit, die um ihrer selbst willen ausgeführt wird (z. B. das Flötenspielen oder das Retten eines Kindes vor dem Ertrinken). Poiesis, Herstellung oder Arbeit, dagegen hat ihren Zweck außerhalb ihrer selbst  im ‹Werk›, das sie z.B. durch die Bearbeitung eines gegebenen Materials herstellt (ein Haus wird nicht des Bauens wegen gebaut). Poiesis ist also der Praxis, dem eigentlichen Handeln, untergeordnet. 

Als Bearbeitung der Natur befreit Arbeit nach Auffassung des Philosophen G.W.F. Hegel (1770-1831) vom Natur- zwang. Durch Arbeit formt der Mensch die Dinge ‹nach seinem Bild› und bildet dadurch sich selbst. Gleichzeitig ist sie eingebunden in einen Zusammenhang zwischenmenschlicher Handlungen. Arbeit findet immer in einem sozialen Kontext statt. Auch nach Karl Marx (1818-1883) ist Arbeit das Wesen des Menschen; was der Mensch ist, wird er durch Arbeit....

vgl.: Philosophielexikon/ Rowohlt-Systhema

>> Arbeit       [althochdeutsch ar(a)beit »Mühe«, »Plage«], bewusstes, zielgerichtetes Handeln des Menschen zum Zweck der Existenzsicherung wie der Befriedigung von Einzelbedürfnissen; zugleich wesentliches Moment der Daseinserfüllung.
Die Volkswirtschaftslehre definiert Arbeit als einen der Produktionsfaktoren, dem entscheidende Bedeutung für die Erzeugung wirtschaftlicher Güter zukommt. Im Einzelnen richtet sich die Arbeit im ökonomischen Sinn auf Vorproduktion (Gewinnung von Naturerzeugnissen), Gewerbe (Rohstoffveredlung und -verarbeitung), Vermittlung und Verteilung von Gütern (Handel, Verkehr), Wirtschaftsdisposition (Geldverkehr, Verwaltung) sowie Erzeugung und Pflege kultureller Werte. Die Grenze zwischen körperlicher und geistiger Arbeit ist fließend.
Die betriebswirtschaftlich orientierte Definition unterscheidet zwischen dem Elementarfaktor der ausführenden Arbeit und der dispositiven Arbeit (planende und leitende Tätigkeiten). Steuerrechtlich relevant ist die Unterscheidung von selbstständiger Arbeit (Tätigkeit in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung) und unselbstständiger Arbeit (Tätigkeit auf Anweisung eines Arbeitgebers, das heißt auf fremde Rechnung). Die Arbeitskapazität einer Bevölkerung wird besonders durch Altersaufbau, Gesundheit und Ausbildungsstand, die Arbeits- produktivität (Leistung je Arbeitsstunde) durch optimale Kombination mit den übrigen Produktionsfaktoren bestimmt.
Seit den 1970er-Jahren entwickelte sich die Forderung nach Humanisierung der Arbeit, das heißt einer menschengerechten Gestaltung der Arbeitsplätze durch Berücksichtigung der Forschungsergebnisse der Arbeitswissenschaft, besonders der Ergonomie. Danach soll die Gestaltung der Produktionsmittel, -organisation und -bedingungen soweit wie möglich an den Menschen angepasst werden. ...Zur Arbeits- variation gehören Arbeitswechsel (Jobrotation), Arbeitserweiterung (Jobenlargement) und Arbeits- bereicherung (Jobenrichment).
vgl. 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

 

 

 

            >>> Die Einschätzung der Arbeit hat sich im Lauf der abend- ländischen Geschichte entscheidend gewandelt. Im klassischen Altertum wurde die ausführende, besonders die körperliche Arbeit im Unterschied zur wissenschaftlichen und politischen Tätigkeit als eines freien Menschen unwürdig betrachtet und meist von Sklaven ausgeübt... Zunächst wurde weltliche Arbeit nur als Lebenspflicht und Buße verstanden, seit der Reformation aber als Gottesdienst und als Dienst am Mitmenschen gesehen, im Kalvinismus allerdings auch an ihrem Erfolgswert gemessen....
vgl. 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG
 

 

       

2002  Adorno-Vorlesungen, veranstaltet vom Frankfurter Institut für Sozialforschung und dem Suhrkamp-Verlag

 

Judith Butler, Berkeley(USA),
zum Thema 
"Kritik der ethischen Gewalt"
...Wir befänden uns derzeit in einer politischen Situation, in der die Moral zu einem Instrument hegemonialen Rechthabens missbraucht werde, in der mit moralischen Unter- teilungen in "Gut" und "Böse"  die Möglichkeit der Kritik selbst untergraben werde. (Hilal Sezgin, FR) FR,15.11.2002,S.17 Feuilleton

 

Adorno, Theodor W., früher Theodor Wiesengrund, Philosoph und Soziologe, Musik- theoretiker und Komponist, geboren in  Frankfurt am Main am 11.9.1903, gestorben in  Visp (Kanton Wallis/Schweiz) am 6.8.1969; gilt neben Max Horkheimer als Hauptvertreter der Kritischen Theorie der Gesellschaft (»Frankfurter Schule«). Adorno studierte seit 1921  Philosophie, Psychologie, Soziologie, Musikwissenschaft in Frankfurt am Main und 1925/26 in Wien Kompositionslehre (A. Berg) und Klavier (E. Steuermann). 

1931 habilitierte er sich in Frankfurt bei Paul Tillich mit einer Arbeit über S. A. Kierkegaard (»Konstruktion des Ästhetischen«). 1934 emigrierte er nach Großbritannien und übersiedelte 1938, auf Einladung Horkheimers, in die USA. Dort arbeitete er u.a. als Mitglied des von Frankfurt nach New York verlegten »Instituts für Sozialforschung«. 1942-44 verfasste er mit Horkheimer die »Dialektik der Aufklärung«, eine ideologiekritische Betrachtung zur Krise der europäischen Zivilisation. 

Nach Adorno ist Freiheit -  und damit eine Erfüllung der genuin menschlichen Bedürfnisse nach politischer Partizipation und Autonomie, nach Bildung, nach echtem Glück -  unabdingbar an Aufklärung und Vernunft gebunden, eine These, die sein gesamtes Werk durchzieht. Rationales Denken, das seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts technische Naturbeherrschung als Fortschritt ermöglicht habe, werde in der modernen Industriegesell- schaft gezielt-manipulativ, das heißt anti-aufklärerisch zur Sicherung von Herrschaft über Beherrschte verwendet (z. B. im Faschismus, in der modernen, Unfreiheit verschleiernden Kulturindustrie). Breite Anerkennung erwarb sich Adorno als Mitverfasser von »The authoritarian personality« (1950), einer empirisch fundierten, soziologischen Studie über das Vorurteil und über den Zusammenhang von Autoritätsgläubigkeit und Faschismus.

1949 kehrte Adorno nach Frankfurt am Main zurück, lehrte seitdem dort Philosophie und Soziologie und leitete mit Horkheimer das Institut für Sozialforschung. Neben zahlreichen kulturkritischen Schriften zu philosophischen, musiktheoretischen Literatur- und sozialwis- senschaftlichen Themen entstanden hier Adornos Hauptwerke.

Die »Negative Dialektik« (1966) ist eine dialektische Besinnung auf die Nicht-Identität des erkennenden Subjekts und des einzelnen Objekts, das in der Geschichte der Philosophie zugunsten von Systembildungen immer wieder gewaltsam entstellt worden sei. Adorno sieht die Aufgabe der Philosophie darin, die gesellschaftlichen Probleme mit ihren philosophischen Mitteln zur Darstellung zu bringen, ausgehend von bestehender Entfremdung, Leiderfahrung und Widersprüchen, »wie denen zwischen Individuum und Gesellschaft, Natur u. Geschichte, Begriff und Gegenstand, Theorie und Praxis«. 

Im Hintergrund steht die Utopie einer Versöhnung von Subjekt und Objekt, in der die Emanzipation des vorher unterworfenen Individuellen gelungen ist. Fragment geblieben ist die aus dem Nachlass 1970 herausgegebene »Ästhetische Theorie«. Sie ist gleichermaßen gegen phänomenologische und psychoanalytische Deutungen der Kunst gerichtet und wendet sich gegen ihre Erscheinungsform als »Ware«.

Im Sinne einer Kunst als begriffsloser Erkenntnis steht die Musik in Adornos Kunstphilo- sophie paradigmatisch für alle Kunst.   Als Komponist schrieb Adorno Lieder mit Klavierbegleitung zu Texten von Stefan  George, Georg Trakl, Else Lasker-Schüler, Oskar Kokoschka, Georg Heym und Bertolt Brecht sowie Kammermusik, Orchesterwerke und ein Chorwerk.

1961 begann auf dem Soziologentag in Tübingen eine Auseinandersetzung zwischen Karl Popper und Adorno über Methodenprobleme der Sozialwissenschaften (Positivismusstreit). Adorno beeinflusste die  Studentenbewegung der 60er- und frühen 70er-Jahre. Seine Gesellschaftsanalysen wurden zwar anerkannt, gleichzeitig wurde aber ihre angebliche Praxisferne kritisiert. 

Die offizielle akademische Würdigung erfuhr Adorno erst spät. Die Stadt Frankfurt am Main verleiht zu seiner Erinnerung den Theodor-W.-Adorno-Preis.

Werke: Kierkegaard. Konstruktion des Ästhetischen (1933); Dialektik der Aufklärung (1947, mit Max Horkheimer); Philosophie der neuen Musik (1949); The authoritarian personality (1950, mit anderen; deutsch Der autoritäre Charakter); Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben (1951); Prismen. Kulturkritik und Gesellschaft (1955); Dissonanzen. Musik in der verwalteten Welt (1956); Noten zur Literatur I-V (1958þ74); Mahler. Eine musikalische Physiognomik (1960); Einleitung in die Musiksoziologie (1962); Drei Studien zu Hegel (1963); Quasi una fantasia (1963); Jargon der Eigentlichkeit (1964); Negative Dialektik (1966); Komposition für den Film (1944, erschienen1969; mit Hans Eisler); Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie (1969, mit anderen); Ästhetische Theorie (1970).Gesammelte Schriften, herausgegeben von G. Adorno und R. Tiedemann, bis 1986 19 Bände (1970 folgende); T. W. Adorno Kompositionen, herausgegeben von H.-K. Metzger und R. Riehn, 2ÿBände (1979).

http://userpage.fu-berlin.de/ murfit/adorno.htm Literatur: T.W.Adorno zum Gedächtnis, herausgegeben von H. Schweppenhäuser (1971).


Adorno, Theodor W. (Wiesengrund) (1903-69), deutscher Philosoph, Studium der Philosophie,  Psychologie und Soziologie, Musikwissenschaft.  Promotion (1924) mit einer Arbeit über E. Husserl bei H. Cornelius in Frankfurt/M. Seit 1923 Freundschaft mit Walter Benjamin. 1924-26 Kompositionsstudium bei Alban Berg in Wien. Habilitation (1931) in Frankfurt/M. mit einer Schrift zu Sören Kierkegaard. 1934 Emigration nach Großbritannien; bis 1938 Advanced Student am Merton College in Oxford. 1938 Übersiedlung in die USA, dort enge Zusammenarbeit mit Max Horkheimer. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland (1949) lehrte Adorno bis zu seinem Tod als Prof. an der Frankfurter Universität.

Philosophie ist für Adorno ebenso wie für seinen Freund Max Horkheimer in erster Linie Kritik einer als naturbeherrschend diagnostizierten Vernunft. In seinen Grundlinien ist sein Denken von der Kunstkritik W. Benjamins beeinflusst und hat sich seit seinem Aufenthalt in Wien hauptsächlich an der Kunst orientiert. Wie bereits die gemeinsam mit Horkheimer verfasste Dialektik der Aufklärung (1947) zeigt, sieht A. in der Kunst das einzige Medium, in dem der Herrschaftscharakter der Vernunft offenbar und zugleich gebrochen wird: An der Kunst allein ist die von der Vernunft beherrschte Natur noch erfahrbar. Während es in der Dialektik der Aufklärung noch darum geht, eine Entwicklungsgeschichte der naturbeherrschenden Vernunft zu schreiben, hat A. sich in den meisten seiner späteren Schriften darum bemüht, Formen des Denkens und Sprechens zu finden, die dem von der Vernunft Unterdrückten Rechnung tragen; er will im Vollzug vernünftigen Denkens die Negation seiner Unterdrückung der Natur einüben und so der Erfahrung des Besonderen, des "Nichtidentischen", Raum verschaffen. In der Negativen Dialektik (1966) ist dieses Denkverfahren methodisch in der Auseinandersetzung mit M. Heidegger, I. Kant und G. W. F. Hegel reflektiert.

Die posthum erschienene Ästhetische Theorie (1970) ergänzt die Negative Dialektik: Adorno will hier zeigen, dass die Kunstwerke als Maßstab für die Erfahrung des Nichtidentischen zu gelten haben, und damit gibt er eine umfassende Erörterung dessen, was er in seinen Schriften zur Literatur und zur Musik praktiziert. Seine Kritik einer naturbeherrschenden Vernunft hat Adorno auch im Zusammenhang soziologischer Fragestellungen und Debatten vertreten.

Ausg.: Schriften, 1970ff. - Lit.: H. Brunkhorst: T. W. Adorno: Dialektik der Moderne, 1990. G. Figal: T. W. Adorno: Das Naturschöne als spekulative Gedankenfigur, 1977. L. v. Friedeburg /J. Habermas (Hg.): Adorno-Konferenz 1983, 1983. F. Grenz: Adornos Philosophie in Grund- begriffen, 1974. R. Kager: Herrschaft und Versöhnung: Einführung in das Denken T. W. Adornos, 1988. U. Müller: Erkenntniskritik und negative Metaphysik bei Adorno: eine Philos. der dritten Reflektiertheit, 1988. R. Wiggershaus: T. W. Adorno, 1987.
vgl.: Philosophielexikon / Rowohlt-Systhema 1990

 

vgl. 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

       
       

2003  Harun ar-Raschid

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sfu, vgl.:Bibliographi- sches Institut & F. A. Brockhaus AG Harun der »Rechtgeleitete«,  Kalif (786þ809), *ÿRaj 763 , ÿTus (Meschhed) 809n.Chr.

2003

Harun der »Rechtgeleitete«,  Kalif (786þ809), *ÿRaj 763 , ÿTus (Meschhed) 809n.Chr.; führte das Kalifenreich der Abbasiden zu höchster Blüte. Er ließ in der Hauptstadt Bagdad prächtige Bauten errichten und förderte Kunst und Wissenschaft; Harun ar-Raschid soll angeblich durch Gesandtschaften mit Karl dem Großen in Verbindung gestanden haben; in den Erzählungen von »1000und- einer Nacht« wird er als gerechtigkeitsliebender Herrscher mit Sinn für 'Fairness' geschildert. Bagdad erlebte unter der Regierung dieses Kalifen seine Blütezeit als Hauptstadt und Harun ar-Raschid ging als Förderer von Kunst und Wissen- schaft in die Geschichte ein. Er ließ ungezählte Handschriften aus Konstantinopel nach 
Bagdad
schaffen, wo sie bearbeitet werden sollten. Unter dem zweiten Sohn von Ar Raschid, Al Mamun (813-33), erreichten die Wissenschaften einen hohen Entwicklungs- stand. Der aufgeklärte Kalif gründete ein Schulzentrum (»Bait Al Hikma«, »Haus der Weisheit«), in dem systematisch die erworbenen altgriechischen Handschriften durch christliche Übersetzer ins  Arabische übertragen wurden. Die islamischen Gelehrten beschäftigten sich damit und kommentierten sie. So vermittelten sie dem europäischen Mittelalter das kulturelle Erbe der antiken hellenischen Welt genauer als die meist lückenhaften und verfälsch- ten späteren Überlieferungen in griechischer Sprache.
 

 
       
             

 

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